Zinseszins verstehen: warum Zeit der wichtigste Faktor ist

Zinseszins klingt technisch, ist aber schnell erklärt: Wer Zinsen nicht ausgeben, sondern stehen lässt, bekommt im nächsten Jahr auch auf diese Zinsen wieder Zinsen. Aus einer geraden Linie wird dadurch eine Kurve.

Ein Beispiel mit 10.000 €

Angenommen, 10.000 € werden mit 5 % pro Jahr verzinst.

  • Ohne Zinseszins gibt es jedes Jahr 500 € – nach 10 Jahren also 5.000 € Zinsen.
  • Mit Zinseszins sind es nach 10 Jahren 6.288,95 € Zinsen.

Der Unterschied von rund 1.289 € entsteht allein dadurch, dass die Zinsen im Kapital bleiben.

Warum die Laufzeit so viel ausmacht

Der Effekt wächst nicht gleichmäßig, sondern beschleunigt sich. In den ersten Jahren ist der Unterschied klein, nach 20 oder 30 Jahren dominiert er das Ergebnis. Genau deshalb ist die Laufzeit im Zinseszinsrechner der Hebel mit der größten Wirkung – noch vor dem Zinssatz.

Worauf du achten solltest

Ein Rechner zeigt immer eine Modellrechnung. In der Realität kommen Punkte hinzu, die das Ergebnis verändern:

  • Steuern: Kapitalerträge sind in Deutschland grundsätzlich steuerpflichtig.
  • Gebühren: Depot- oder Fondskosten mindern die Rendite.
  • Inflation: Ein Betrag in 20 Jahren hat nicht die heutige Kaufkraft.
  • Schwankungen: Eine feste Rendite pro Jahr ist eine Annahme, keine Zusage.

Diese Punkte sind kein Grund, den Effekt zu ignorieren – aber ein Grund, Ergebnisse als Größenordnung zu lesen und nicht als Versprechen.

Selbst nachrechnen

Im Zinseszinsrechner kannst du Startkapital, Zinssatz, Laufzeit und den Rhythmus der Zinsgutschrift frei einstellen und siehst die Entwicklung Jahr für Jahr in Tabelle und Diagramm.

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